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WARUM VIELE TENNISTRAINER ALS UNTERNEHMER SCHWIERIGKEITEN HABEN?

  • Writer: Long Arnold
    Long Arnold
  • May 22
  • 3 min read

Erkenntnisse aus einem Gespräch mit Jürg Bühler, Leiter der Tennis Ausbildungsabteilung von Swiss Tennis


Kürzlich führte ich ein zweistündiges Gespräch mit Jürg Bühler – ein Gespräch, das mir einen aktuellen Einblick in den Trainerberuf in der Schweiz gewährte.


Als Leiter der Tennisausbildung und -entwicklung bei Swiss Tennis betreut Jürg rund 700 Tennistrainer und beobachtet regelmäßig deren Arbeitsweise, Entwicklung, Kommunikation und die Führung ihrer Unternehmen.


Eine Aussage ist mir besonders im Gedächtnis geblieben:


„Viele selbstständige Tennistrainer sollten wohl besser angestellt sein, anstatt sich selbstständig zu machen.“

Das ist eine provokante Aussage.


Doch je länger ich darüber nachdachte, desto mehr erkannte ich, wie zutreffend sie ist.


Ein guter Trainer zu sein, ist nicht dasselbe wie ein professionelles Tennisunternehmen aufzubauen


Viele Trainer werden Trainer, weil sie Tennis lieben. Manche waren gute Spieler.

Manche unterrichten gern. Manche wünschen sich einfach Unabhängigkeit.


Unternehmertum erfordert jedoch ganz andere Fähigkeiten. Ein professionelles Coaching-Business zu führen, erfordert:


* Kommunikation

* Struktur

* Planung

* emotionale Intelligenz

* Finanzverständnis

* Führungsqualitäten

* langfristiges Denken

* Beziehungsmanagement

* operative Zuverlässigkeit


Und genau hier scheitern viele Trainer.


Denn Tennisunterricht ist nur ein Teil des Berufs. Die größere Herausforderung besteht darin, ein Umfeld zu schaffen, dem die Menschen über Jahre hinweg vertrauen können.


Die Illusion von Professionalität


Heutzutage ist es einfacher denn je, professionell zu wirken.


* Soziale-Media-Profile

* attraktive Fotos

* kurze Videoclips

* Marketingslogans


Wahre Professionalität zeigt sich jedoch an anderen Stellen:


* Wie werden die Eltern informiert?

* Sind die Preise transparent?

* Gibt es einen klaren Plan B bei Regen?

* Sind die Termine verlässlich?

* Schafft die Kommunikation Ruhe oder Verwirrung?

* Entsprechen die Versprechen der Realität?


Diese Details mögen nebensächlich erscheinen. In Wirklichkeit prägen sie das gesamte Erlebnis.


Der Unterschied zwischen Anstellung und Unternehmertum


Ein angestellter Trainer kann sich hauptsächlich auf Folgendes konzentrieren:


* Unterrichtsstunden erteilen

* auf dem Platz anwesend sein

* bestehende Systeme befolgen


Ein Unternehmer muss das System selbst aufbauen. Das bedeutet, Verantwortung zu übernehmen für:


* Organisation

* Kontinuität

* Kommunikation

* Atmosphäre

* langfristige Vision

* Kundenvertrauen


Und viele Trainer unterschätzen, wie anspruchsvoll das tatsächlich ist.


Tennis Coaching ist komplexer geworden


Modernes Coaching beschränkt sich nicht mehr nur auf:


* Technik

* Taktik

* Ballzuspiel


Heutzutage müssen Trainer folgendes berücksichtigen:


* Erwartungen der Eltern

* emotionale Entwicklung

* komplexe Terminplanung

* wirtschaftlichen Druck

* digitale Kommunikation

* Markenbildung und Positionierung

* langfristige Kundenbindung


Anders ausgedrückt:


Der moderne Tennistrainer ist nicht mehr nur Trainer. Er oder sie ist auch Führungskraft, Kommunikator, Organisator und Unternehmer.


Warum sich so viele Coaching-Umgebungen instabil anfühlen


Wenn unternehmerische Fähigkeiten schwach ausgeprägt sind, entsteht schnell Instabilität:


* unklare Kommunikation

* reaktive Entscheidungen

* inkonsistente Strukturen

* emotionale Spannungen mit den Eltern

* Preisverwirrung

* unzuverlässige Organisation


Und schließlich schwindet das Vertrauen. Denn Familien kaufen nicht nur Tennisstunden.

Sie kaufen Vorhersehbarkeit, Struktur und emotionale Sicherheit.


Die verborgene Realität des langfristigen Coachings


Der Aufbau eines nachhaltigen Coaching-Unternehmens ist äußerst anspruchsvoll, da er in vielen Bereichen gleichzeitig Kontinuität erfordert:


* Coaching-Qualität

* Beziehungsqualität

* Organisationsqualität

* emotionale Stabilität

* strategisches Denken


Dies ist über Jahre hinweg schwer aufrechtzuerhalten. Genau deshalb sind wirklich professionelle Coaching-Umgebungen relativ selten.


Die Coaches, die in Zukunft erfolgreich sein werden


Die Zukunft gehört nicht den Coaches, die Tennis nur technisch verstehen.


Es wird Trainern gehören, die Folgendes verstehen:


* Menschen

* Systeme

* Kommunikation

* Führung

* Aufbau langfristiger Beziehungen


Denn letztendlich gilt: Tennisentwicklung besteht nie nur aus Schlägen.


Es geht um die Qualität des Umfelds, das den Spieler umgibt.


Jürg Bühlers Beobachtung war keine Kritik an Trainern. Sie spiegelte wider, wie anspruchsvoll der Beruf geworden ist. Viele Trainer können Tennis unterrichten. Weitaus weniger können Folgendes aufbauen: Vertrauen, Struktur, Kontinuität und eine professionelle Kultur, die über Jahre Bestand hat. Und vielleicht liegt darin die eigentliche Kluft im modernen Coaching: Der Unterschied zwischen dem Erteilen von Unterrichtsstunden und dem Aufbau eines Umfelds, dem Menschen wirklich vertrauen.

 
 
 

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