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EINFÜHLUNGSVERMÖGEN - DAS FEHLENDE PUZZLESTÜCK

  • Writer: Long Arnold
    Long Arnold
  • Dec 14, 2025
  • 3 min read

Warum Einfühlungsvermögen das fehlende Puzzlestück in großartigem Tennistraining ist


Wenn Menschen über gutes Tennistraining sprechen, konzentrieren sie sich oft auf Technik, Übungen oder Ranglisten. Was einen durchschnittlichen Trainer jedoch wirklich von einem herausragenden Trainer unterscheidet, ist etwas weniger Sichtbares, aber weitaus Entscheidenderes: Einfühlungsvermögen.


Was bedeutet Einfühlungsvermögen im Tennistraining?


Einfühlungsvermögen bedeutet, das Training nicht an ein Programm anzupassen, sondern an das Kind, das vor Ihnen steht.


Jedes Kind kommt mit einer einzigartigen Kombination aus folgenden Eigenschaften auf den Platz:

• körperliche Fähigkeiten

• Koordination und Ballgefühl

• emotionale Reife

• mentale Belastbarkeit

• Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein


Ein auf das Kind eingestellter Trainer erkennt dies und passt die Art und Weise, den Zeitpunkt und das Tempo der Vermittlung von Tennisfähigkeiten entsprechend an.


Es gibt keine Einheitsgröße.


Manche Kinder zeigen schon sehr früh ein außergewöhnliches Ballgefühl und Spielverständnis. Sie sind vielleicht schon in der Lage, von der Grundlinie aus zu spielen, auch wenn sie noch nicht die körperliche Kraft älterer Spieler haben. Ihr Talent ermöglicht es ihnen, über ihrem Alter zu spielen.


Andere Kinder verfügen vielleicht über solide körperliche Fähigkeiten, brauchen aber mehr emotionale Sicherheit, Ermutigung und Zeit, bevor sie sich sicher genug fühlen, sich auf dem Platz zu entfalten.


Durch Einfühlungsvermögen können sich beide Kinder entfalten – ohne Vergleiche, Druck oder Vernachlässigung. 


Die richtige Herausforderung zum richtigen Zeitpunkt


Echte Entwicklung findet in einem engen Zeitfenster statt:

• zu wenig Herausforderung → Langeweile und Stagnation

• zu viel Herausforderung → Frustration, Angst oder Rückzug


Ein eingespielter Trainer beobachtet ständig:

• Körpersprache

• emotionale Reaktionen

• Konzentrationsniveau

• Frustrationstoleranz

• Lerngeschwindigkeit


Auf dieser Grundlage passt der Trainer Folgendes an:

• Ballgeschwindigkeit

• Platzgröße

• technische Anforderungen

• Intensität des Feedbacks

• Struktur vs. Freiheit


So wird sichergestellt, dass jedes Kind genau entsprechend seiner aktuellen körperlichen, geistigen und emotionalen Fähigkeiten gefordert wird.


Schlechte Gewohnheiten verhindern, bevor sie zu Problemen werden


Kinder passen sich schnell an – manchmal zu schnell.


Ohne Feinabstimmung können sich schlechte Bewegungsmuster oder technische Kompensationen unbemerkt bilden und tief verwurzeln. Ein fein abgestimmter Trainer erkennt diese frühen Signale und korrigiert sie sofort, bevor sie zu langfristigen Einschränkungen oder Verletzungsrisiken werden.


Die Korrektur erfolgt jedoch nicht durch Kritik, sondern durch Klarheit, Ruhe und Anleitung.


Einfühlungsvermögen bedeutet auch emotionale Unterstützung


Es gibt Momente, in denen ein Kind:

• das Vertrauen in sich selbst verliert

• mit Vergleichen zu kämpfen hat

• sich überfordert fühlt

• Angst vor Fehlern bekommt


In solchen Momenten ist Technik zweitrangig.


Ein einfühlsamer Coach weiß, wann er:

• das Tempo drosseln muss

• ermutigen statt anweisen muss

• das Selbstvertrauen wiederherstellen muss

• das Kind an seine Stärken erinnern muss


Manchmal bedeutet Fortschritt, voranzukommen. Manchmal bedeutet es, einem Kind zu helfen, emotional wieder auf die Beine zu kommen. Beides ist gleichermaßen wichtig.


Warum Einfühlungsvermögen Spieler stärker macht – und Menschen insgesamt


Kinder, die ein auf sie abgestimmtes Training erleben, lernen Folgendes:

• Sie werden gesehen und verstanden.

• Ihr Entwicklungstempo wird respektiert.

• Fehler sind Teil des Lernprozesses.

• Anstrengung ist wichtiger als Perfektion.


Dies schafft:

• langfristige Motivation

• Belastbarkeit

• Selbstvertrauen

• Freude am Lernprozess


Und diese Eigenschaften bleiben ihnen weit über das Tennisspielen hinaus erhalten.


Einfühlungsvermögen ist kein „weiches“ Konzept. Es handelt sich um eine hochrangige Coaching-Fähigkeit, die Erfahrung, Beobachtungsgabe, Geduld und emotionale Intelligenz erfordert. Wenn das Coaching einfühlsam ist, lernen Kinder nicht nur, wie man einen Ball besser schlägt. Sie lernen, an sich selbst zu glauben, sich Herausforderungen zu stellen und zu wachsen – auf und neben dem Platz. Das ist der Unterschied zwischen Tennis unterrichten und Spieler entwickeln.

 
 
 

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